Konzept

Im Folgenden wird das „Way to Nextland“-Konzept, das auf der Kombination verschiedener wissenschaftlicher Ansätze beruht, in Kurzform vorgestellt. Mit der Anwendung des Konzepts in der Unternehmenspraxis werden folgende Ziele verfolgt:

Sichtbar machen von „Kultur“ und Bewusstein schaffen für den anstehenden Wandel

Bestimmen des eigenen Standorts und Kennenlernen der Gestaltungselemente

Aufzeigen von Möglichkeiten zur eignen, evolutionären Weiterentwickelung


# Zum Einstieg – Was ist Kultur?

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass sich bei jeder industriellen Revolution nicht nur die Industrie und die Technologien verändert haben, sondern auch Menschen und Kultur. Doch was genau verbirgt sich hinter „Kultur“? Wie lassen sich all die unsichtbaren Aspekte einer Organisation aufzeigen – die Aspekte, die einem Eisberg gleich zum großen Teil unter der Wasseroberfläche verborgen sind?“

Das im folgenden erläuterte Konzept befasst sich mit der Aufgabenstellung, (Unternehmens-) Kultur greifbar und erklärbar zu machen. Hierbei wird mit verschiedenen Farben gearbeitet. Jede Farbe repräsentiert ein Mem. Aus biologischer Sicht beschreibt die DNA unsere Gene, doch es gibt noch einen weiteren Part, der zur kulturellen Evolution des Menschen beiträgt: die Meme. Gene sind Informationseinheiten, die Fleisch und Blut eines Organismus bestimmen – Meme bestimmen Ideen, Verhalten und Werte und bilden somit die Basis für die Analyse von Organisationskulturen.


# Wie lässt sich eine Organisation ganzheitlich beschreiben?

Das 7S-Modell, das hier in Form eines Steuerrads dargestellt ist, bietet eine gute Lösungsmöglichkeit, alle wichtigen Aspekte, die eine Organisation beschreiben, ganzheitlich abzubilden. Neben den drei harten Faktoren Strategie, Struktur und System wird das Modell durch die sogenannten weichen Faktoren Selbstverständnis, Spezialkenntnisse, Stammpersonal und Stil ergänzt.

Schon Peter Drucker erkannte als Pionier des modernen Managements, dass die Unternehmenskultur eine ganz entscheidende Auswirkung auf die Umsetzung der Strategie zu haben scheint. In Bezug auf das 7S-Modell ist bei der Anwendung in der Unternehmenspraxis das Gleichgewicht aller sieben Elemente entscheidend – bei Veränderungen oder Optimierungsprogrammen müssen alle Hebel des Steuerrads in Bewegung gesetzt werden. Im übertragenen Sinne bedeutet dies, dass alle sieben Elemente bei der Planung und Umsetzung zu berücksichtigen sind.

Culture eats strategy for breakfast.“

Peter Drucker

Die beste Strategie wird scheitern, wenn Managementstil, Stammpersonal, Spezialkenntnisse, Selbstverständnis, Struktur und System nicht dazu passen!


# Wie tickt eine Organisation?

Nun befinden sich Organisationen an unterschiedlichen Standpunkten, sind geprägt von unterschiedlichen Charakteren, haben über die Jahre ihr eigenes „Unternehmens-Mem“ (weiter-) entwickelt.

Diverse Wissenschaftler, mitunter Maslow, Piaget, Loevinger, Graves, Wilber, Beck und Laloux, haben sich im vergangenen Jahrhundert mit der Entwicklungspsychologie von Menschen und Organisationen befasst und festgestellt, dass sich evolutionäre Stufen herauskristallisieren lassen.

Für das „Way to Nextland“-Konzept wird eines der Modelle (nach Graves, vervollständigt und publiziert durch Beck und Cowan), das sogenannte Spiral Dynamics, in Form eines Leuchtturms zusammengefasst. Die Farben ROT, BLAU, ORANGE, GRÜN, GELB und TÜRKIS spiegeln die verschiedenen, evolutionär aufeinander aufbauenden Stufen (oder auch Meme genannt) wider und zeigen die Identität und Orientierung einer Organisation auf.

Die Kombination aus 7S-Modell und Spiral Dynamics ermöglicht einer Organisation, sich in den sieben Aspekten gemäß der farblichen Stufen zu verorten. Es ist durchaus möglich, dass sich manche Elemente in einer Zwischenstufe befinden, wie beispielsweise die Struktur weist Inhalte von BLAU und ORANGE auf.

Grundsätzlich besteht eine Organisation aus vielen einzelnen Individuen, die jeweils unterschiedliche Farbausprägungen vorweisen können – nichtsdestotrotz kristallisiert sich in der Regel trotzdem eine Grundtendenz für die Gesamtheit in einem bestimmten Farbbereich heraus. Wichtig bei der Interpretation des Modells ist, dass bei der Entwicklung von Organisationen keine Stufe übersprungen werden kann. Jede Ebene baut aufeinander auf und liefert Erkenntnisse, die für den Reifeprozess notwendig sind.


# Welche Farbe passt zu welchem Business?

Die Farbebenen GELB und TÜRKIS organisieren sich in ihrer Struktur durch die Interaktion in Netzwerk- und Kreisformen oder gleichen einem lebendigen Organismus – durch eine ROT, BLAU oder ORANGE Brille betrachtet ist dies nur schwer vorstellbar, fremd und gänzlich unbekannt.

Doch was ist nun die „beste“ Organisationsform? Sind Netzwerke und Selbstorganisation das anzustrebende Ziel? Mit einem Blick auf den gegenwärtigen Hype in den Medien könnte man durchaus zu dem Entschluss kommen, die Ebenen GELB und TÜRKIS seien die Lösung aller Probleme.

Doch die „beste“ Organisationsform gibt es nicht – es gibt nur die „bestmöglich passende“, und die auch nur für einen bestimmten Moment. Nicht jede Farbstufe passt zu jedem Business-Modell.

Das Cynefin-Framework teilt Aufgabenstellungen und Herausforderungen, die auf Unternehmen zukommen, in vier Bereiche:

EINFACH. Erkenne-Beurteile-Reagiere: Jeder weiß es.

KOMPLIZIERT. Erkenne-Analysiere-Reagiere: Expertenwissen ist gefragt.

KOMPLEX. Probiere-Erkenne-Reagiere: Wir wissen es erst im Nachhinein.

CHAOTISCH. Handle-Erkenne-Reagiere: Keiner weiß es.

ROT kann dem Bereich chaotisch zugeordnet werden. BLAU und ORANGE eigenen sich für den einfachen, ORANGE und GRÜN für den komplizierten Bereich. Um bestmöglich mit Komplexität umzugehen, empfehlen sich GELB und TÜRKIS.

Für die Interpretation des Modells auf die eigene Organisation bzw. auf das eigene Business ist nun entscheidend herauszufinden, ob die gesamte Organisation in einem Quadranten vorzufinden ist, oder ob verschiedene Bereiche in verschiedenen Quadranten verortet werden können.

Nicht jeder Bereich sieht sich komplexen Themen ausgesetzt, Vieles befindet sich auch in der komplizierten Welt – es können daher durchaus auch hybride Formen entstehen wie beispielsweise ein Betriebssystem mit Hierarchie für Einfaches/ Kompliziertes sowie ein Betriebssystem als Netzwerk für Komplexes.


Zusammenfassend

Die Modelle 7S, Spiral Dynamics, Cynefin und das duale Betriebssystem unterstützen eine Organisation bei einer systemischen Standortbestimmung und geben Anregungen für die Gestaltung des zukünftigen Organisationsdesigns.

Wie die Anwendung dieses Konzepts in der Praxis aussieht und welche Erkenntnisse sich aus den individuellen Reisen der befragten Organisation ergeben, erfahren Sie unter dem Reiter Forschungsprojekt.

%d Bloggern gefällt das:
search previous next tag category expand menu location phone mail time cart zoom edit close