Status Quo zu Forschungsprojekt: Lean Management trifft auf New Work

Mehr denn je werden die Gestaltung von Organisationen und neue Formen von (Zusammen-) Arbeit diskutiert. Das digitale Zeitalter steht vor der Tür und beginnt Einzug in die Unternehmen zu halten.

Fragen nach dem „richtigen“ Führungsstil, der „richtigen“ Organisationsform oder der „richtigen“ strategischen Ausrichtung des Produktportfolios kommen im Umgang mit zunehmender Komplexität, Disruption und Unsicherheiten auf den Märkten auf – finale Musterlösungen und Universal-Ausrollinitiativen gibt es nicht. Ein vielfältiger Wandel in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik deutet sich an – doch was bedeutet das konkret für Unternehmen?


Um dieser Frage nachzugehen, habe ich im Rahmen eines Forschungsprojekts mit mehr als 60 Unternehmen gesprochen – nun ist die Interviewphase beendet und es ist Zeit für einen kurzen Zwischenbericht!

Glossar – zur Erklärung mancher Fachbegriffe aus dem Video:

7S-Modell: Das Modell nach Peters und Waterman stellt mit seinen sieben Faktoren die wesentlichen charakteristischen Eigenschaften dar, die es braucht, um eine Organisation ganzheitlich zu analysieren. Hierbei wird in drei „harte“ (Struktur, Strategie und System) und vier „weiche“ Faktoren (Selbstverständnis, Stil, Stammpersonal und Spezialkenntnisse) unterschieden. Entscheidend bei der Anwendung des Modells ist, dass alle sieben Faktoren miteinander verbunden sind und sich gegenseitig beeinflussen. Wer Struktur verändern möchte, muss auch an Strategie, System, Stelbstverständnis, Stil, Stammpersonal und Speizialkenntnisse arbeiten.

Mem/ Spiral Dynamics: Was in der Biologie die DNA ist, ist in der Persönlichkeitsentwicklung von Menschen oder auch von Organisationen das Mem. Der Begriff ist auf das griechische Wort „mimeme“ zurückzuführen, was so viel wie „nachahmen“ bedeutet. Die Gene bestimmen das Fleisch und Blut unseres Organismuses, die Meme die Ausprägung unseres Bewusstseins und unserer Denk- und Handlungsweise. Gene bilden somit vereinfacht gesagt die Hardware, Meme beschreiben die Software eines Menschen. Das Modell Spiral Dynamics beschreibt diese Meme durch die Farben Rot, Blau, Orange, Grün, Gelb und Türkis. Jede Farbe charakterisiert eine eigenständige, evolutionäre Entwicklungsstufe – ein Sprung von beispielsweise Blau nach Gelb ist nicht möglich. Die Erfahrungen aus Orange und Grün werden gebraucht, um sich nach Gelb entwickeln zu können.

Cynefin-Framework: Das Modell, das auf Dave Snowden zurück zu führen ist, kategorisiert Aufgabenstellungen und Herausforderungen in vier Hauptbereiche: Einfach, Kompliziert, Komplex und Chaotisch. Im Bereich „Einfach“ besteht ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung – jeder weiß es und jeder kann es. „Kompliziert“ ist eine Aufgabenstellung, wenn der Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung klar, jedoch nicht für alle Menschen ersichtlich ist – hier sind Fachwissen und Expertise gefragt. Sobald Ursachen und Wirkungen nur teilweise bekannt sind und Zeitverzögerungen, Nichtlinearitäten und Rückkopplungen unterliegen, befindet sich eine Herausforderung im „Komplexen“ Bereich. Durch Experimente und kurzzyklische Anpassungen wird versucht, eine Lösung zu finden. Wie es geht, kann erst im Nachhinein wahrgenommen werden. „Chaotisch“ tritt dann ein, wenn sich die Zusammenhänge zwischen Ursache und Wirkung nicht feststellen lassen. Es gibt keine existierenden Muster – es entstehen häufig Unruhen, Turbulenzen und hohe Unsicherheiten.


Screenshots aus dem Video zum Anklicken:


Für die interessierten Zuschauer, die nicht bis zur Veröffentlichung der schriftlichen Version im Sommer 2020 warten möchten: Am 19. März 2020 präsentiere ich die Ergebnisse bei Lean Around the Clock in Mannheim. Wer noch keine Karte hat, darf sich hier gerne anmelden! #LATC2020

Im Interview mit Janine Kreienbrink gebe ich den Zuhörern bereits in einem kurzen Interview einen kleinen Einblick, was sie bei meinem Vortrag erwartet.

Kategorien Agile Thinking, Digitale Transformation, Lean Thinking, New Work, Organisationsentwicklung

1 Kommentar zu „Status Quo zu Forschungsprojekt: Lean Management trifft auf New Work

  1. Friederike Breucker 5. Oktober 2019 — 11:04

    Hi,
    ein spannendes Thema.
    Bezüglich des Gesetzes von Ashby würde ich gerne einen Ansatz von Niklas Luhmann einbringen, den man vlt abwägen müsste. Er sagt, ein System kann nur existieren, wenn es sich durch Komplexitätsreduktion von seinem umliegenden System abgenzt.
    Ich bin gespannt auf die Arbeitsergebnisse!
    Viel Erfolg,
    Friederike Breucker

    Gefällt 1 Person

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